Yellens Bewährungsprobe am Markt

Professor Janet Yellen sprach am Donnerstag vor dem Senat, nachdem sie als nächste Fed-Chefin nominiert wurde. Yellen, 67 bot den Märkten, trotz schwieriger Fragen der Senatoren von allen Seiten der politischen Arena eine eindrucksvolle Präsentation. Yellen bekräftigte ihren Ruf als gemäßigte Chefin. Als sie von Senator Tim Johnson zur quantitativen Lockerung im sich langsam erholenden Arbeitsmarkt gefragt wurde, lautete ihre Antwort, dass sie „weiterhin eine Zusammenarbeit mit dem Offenmarktausschuss anstrebt, um eine robuste Konjunkturerholung zu unterstützen“. Yellen betonte diese gemäßigte Linie, als sie später erklärte, dass es „wichtig ist, die Unterstützung beizubehalten, solange die Erholung fragil ist“.

Yellens Worte sorgten für positive Stimmung an den Aktienmärkten. Aber im Gegensatz zum Optimismus, den wir von Bernankes Kommentaren in der Vergangenheit gewöhnt sind, scheinen die Märkte zu begreifen, dass die QE nicht ewig dauern kann. Zusätzlich zu volatilen Anstiegen, sah der S & P 500-Index einen Anstieg von ungefähr 1,2 % im Verlauf des Handelstages. Beim Dow-Index, welcher gegenüber dem Vortag nur um 0,3 % angestiegen war, und beim NASDAQ Composite-Index, der um 0,2 % anstieg, wurde ein eher moderater Ton verzeichnet.
Yellen sagte auch, dass die quantitative Lockerung nicht ewig weitergehen könne, da sie ein „potenzielles Risiko für die Finanzstabilität“ darstellt. Bei einem jährlichen Anstieg des Verbraucherpreis-Index von 1,2 % ist unklar, was die Fed davon abhalten könnte, mehr Geld zu drucken und es in die Wirtschaft zu pumpen. Da die Ankäufe der Fed bereits zu einem Anstieg der Geldbasis in den Vereinigten Staaten von 36 % im Laufe des Jahres geführt hat, wäre es für Yellen schwierig, Kritiken abzuwehren, welche argumentieren, dass die Inflation bei Zinsen auf Vorkrisenniveau anziehen würde.

Globale Perspektive

Die Welt setzt langsam ihren Abschied von der großen Rezession fort. Allerdings hinterlässt die globale Nullzins-Politik ihre Spuren in zu vielen finanziellen Kennzahlen. Japan veröffentlichte am Montag eine recht beeindruckende Leistungsbilanz und präsentierte einen Anstieg auf 587,3 Milliarden ¥. Dies scheint eher die Folge einer Erhöhung des Werts von japanischen Auslandsinvestitionen zu sein, als eine tatsächliche Erhöhung des Export-Werts. Später an diesem Tag veröffentlichte China seine Zahlen zur Geldmenge, welche eine jährliche Steigerung von 14,3 % verzeichnete. Das ist nicht sehr ungewöhnlich angesichts eines BIP-Anstiegs von 7,8 % im vergangenen Monat.

Im Gegensatz zu den monetären Daten, die heutzutage aufgrund der weltweit niedrigen Zinsen sehr volatil sind, scheinen die greifbaren Indikatoren deutlich moderater. Der Index der italienischen Industrieproduktion präsentierte am Montag einen monatlichen Anstieg von nur 0,2 %. Ein monatlicher Rückgang in der gleichen Größenordnung wurde am Dienstag im japanischen Dienstleistungssektor-Index von September vorgestellt.

Der Dienstag offenbarte in der gesamten Eurozone leichte Preiserhöhungen. Der Verbraucherpreis-Index in Deutschland zeigte eine jährliche Erhöhung von 1,2 %. Ein gedämpfter Anstieg von 0,8 % wurde in Italien verzeichnet. Das Vereinigte Königreich mit seinem, im Vergleich zum Rest der Eurozone, relativ optimistischen Wachstum, präsentierte eine jährliche Steigerung von 2,2 %. Der Verbraucherpreis-Index in Spanien auf der anderen Seite präsentierte am Mittwoch eine jährliche Abnahme von 0,1 %. Am Donnerstag zeigte das japanische BIP saisonbereinigt einen vierteljährlichen Anstieg von 0,5 %. Dieser Anstieg ist höher als der von Deutschland, welcher nur 0,3 % zeigte. Beide Zahlen waren höher als im Euroraum, welcher nur einen vierteljährlichen von Anstieg 0,1 % aufwies. Bei den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung setzte sich die langsame Erholung fort, es wurden 339.000 Anträge in der Vorwoche vorgelegt. Die Woche endete mit dem gesamten Preisindex in der Eurozone, welcher eine jährliche Steigerung von 0,7 % aufwies und einer monatlichen Verringerung der US-Industrieproduktion um 0,1 %.