Wie viele Trades pro Tag?

Viele Trader fragen nach, wie viele Trades pro Tag denn zum Erfolg führen. Nun, das muss ein Trader für sich selbst herausfinden. Es gibt alle möglichen Varianten, Vorschriften gibt es hingegen nicht.

Positionstrading, Daytrading, Scalping

Zwischen den drei großen Bereichen Positionstrading, Daytrading und Scalping versuchen manche Publizisten scharfe Grenzen zu ziehen, doch diese Grenzen verschwimmen in Wahrheit bei Vollzeit-Tradern. Dennoch sollen die Bereiche grundlegend erläutert werden. Daneben sei darauf verwiesen, dass es wirklich Trader gibt, die den einen oder anderen Stil in Reinkultur durchführen, und zwar ohne das gelernt zu haben. Der Stil entsprach einfach von Anfang an ihrer Mentalität – und ihrem Kapital.

  • Positionstrading: Diese Trader halten Positionen mindestens über Tage (per Definitem mindestens einmal overnight) und häufig über Wochen bis Monate, in einigen Fällen über Jahre. Das Trendfollowing kann unglaublich profitabel sein, wenn Sie sich einmal den Goldchart zwischen 2001 bis 2011 anschauen. Daher handeln diese Trader nicht unbedingt täglich. Im besten Fall ziehen sie allabendlich einen Stopp ein Stück weiter in den Gewinn. So muss das Paradies beschaffen sein.
  • Daytrading: Per Definitem schließen diese Trader ihre Positionen mit Börsenschluss. Zwischenzeitlich können sie sich mit einem oder auch mit 12 Werten beschäftigt haben (natürlich auch mit 20 oder mehr Werten). Sie hielten ihre Positionen über mehrere Minuten bis Stunden.
  • Scalping: Scalper handeln mehrere Hundert Mal pro Tag. Das klingt absolut abenteuerlich und erzwingt ein so knappes Stoppmanagement, dass Scalper allzu oft die große Linie aus den Augen verlieren. Sie versuchen praktisch jeden Stopp sofort in die Gewinnzone zu schieben, in sehr vielen Fällen lassen sie sich dabei eine längere Bewegung entgehen. Dieses Handeln bedingt unter anderem einen hohen Kapitaleinsatz. Mit 1.000 Euro ist Scalping nicht möglich.

Wie finde ich meinen Trading-Stil?

Ausschließlich mit echtem Geld, wobei darauf zu achten ist, dass bei Scalping das echte Geld am schnellsten alle ist (am zweitschnellsten folglich beim Daytrading). Es gibt aber Personen, die sind zum Scalpen geboren. Wenn Sie dazugehören, sieht man Ihnen das nicht unbedingt an. Sie müssen deshalb kein Freund schneller Autos, verführerischer Frauen oder halsbrecherischer Sportarten sein (vielleicht spielen sie aber schon Online-Games, seit Sie über die Tischplatte lugen können). Wichtig beim Scalping: Der Trade muss so schnell wie möglich in den Gewinn. Vergessen Sie alles über Risikomanagement, schieben Sie ihren Stopp dorthin, wo es nicht mehr wehtut. Bei einem CFD ist das ein Punkt über Einstieg (bei einem Spread von zwei Punkten wären drei Punkte nötig), bei einer Knock-out-Position kommt die Gebühr hinzu, die selten unter 11 bis 12 Euro für An- und Verkauf beträgt. Sie sollten also mindestens 1.200 Scheine buchen, um nur einen Punkt für die Gebühr zu benötigen. Hoffentlich fällt Ihr Broker nicht aus, hoffentlich erleiden Sie keine zu große Slippage. Maßgebend beim Scalping ist der Kaufkurs, den Ihr Broker anzeigt. Alle Realdatenfeeds können Sie ernsthaft vergessen. Und denken Sie auch an die Slippage beim Verkauf. Schieben Sie Ihren Stopp dem Kurs hinterher, immer hinterher, hinterher.