Erkennen von Trends mit Chartanalyse

Charttechnik ist ein Teilgebiet der Technischen Analyse. Letztere untersucht Börsenkurse auch hinsichtlich der zugrundeliegenden Fundamentaldaten, zu denen bei Aktienwerten beispielsweise Kennzahlen wie KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis), EKQ (Eigenkapitalquote), KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) oder KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) gehören. Daher ist die Technische Analyse in ihrer Betrachtung weitreichender und übergreifender als die Chartanalyse, die tatsächlich nur den Chart eines Wertpapiers betrachtet.

Warum ausschließlich Chartanalyse einsetzen?

Besonders Daytrader haben keine Zeit, sich mit Fundamentalanalyse oder Technischer Analyse zu beschäftigen. Das leuchtet ein, denn die Entwicklungen finden intraday im Stunden- und Minutentakt statt, eine Auswertung andere Daten als die des Charts würde zu lange dauern. Zwei Auffassungen, die sich sogar widersprechen, liefern jedem Charttechniker genügend Substanz für seine Vorgehensweise:

  • Entweder betrachtet man die Fundamentalanalyse und selbst die etwas genauere Technische Analyse ohnehin als obsolet, also überholt und nicht zielführend. Hierfür gibt es Argumente: Technische Analysten erklären am Ende eines Börsentages, dass der Kurs einer Aktie gestiegen sei, “weil das Unternehmen gute Quartalsgewinne melden konnte und nun die Anleger kaufen”, oder sie erklären, dass der Kurs der Aktie gefallen sei, “weil das Unternehmen gute Quartalsgewinne meldete und nun die Anleger Gewinne mitnehmen”. An diesem Punkt beginnt die Kaffeesatzleserei, Charttechniker wenden sich kopfschüttelnd ab.
  • Oder: Man betrachtet die Fundamentalanalyse nicht grundsätzlich als falsch, schließlich gehen sehr erfolgreiche Investoren wie Warren Buffet und Georges Soros fundamentalanalytisch vor. Doch der Charttechniker folgert, dass die aus der Fundamentalanalyse abgeleiteten fairen Werte der Aktien sich in den Kursen widerspiegeln, man also – vorrangig aus Zeitgründen – die grundlegende technische und fundamentale Analyse nicht betreiben brauche und auch gar nicht könne.
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Trendsignale

Ein Trendsignal lässt sich anhand von Chartmustern identifizieren. Hierfür gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen, die in Teilen umstritten sind und zudem nicht von jedem Charttechniker in Gänze angewendet werden.

  • Vorgehen nach Chartmustern: Eine Reihe von Chartmustern tauchen immer wieder auf, darunter das symmetrische, steigende und fallende Dreieck, die Doppelspitze und das doppelte (auch dreifache) Tief, SKS (Schulter-Kopf-Schulter) und inverse SKS, der seltene Diamant und noch einige Muster mehr. Hierbei stellt sich das Hauptproblem der Identifikation, denn die Muster fallen natürlich selten eindeutig aus, sowie der Bedeutungsgewichtung für einzelne Märkte. Ein steigendes oder fallendes Dreieck hat in einem Forexmarkt (Handel mit Währungen) eine andere Bedeutung als im Aktien- oder Edelmetallmarkt, einfach weil die Marktteilnehmer sich in verschiedenen Märkten unterschiedlich verhalten. Zweitens ist stets zu hinterfragen, welche Zeiteinheit zugrundegelegt werden soll. Wer nun die Muster sehr intensiv lernt, weiß am Ende sehr viel, nur nicht, wo er das Wissen anwenden soll.
  • Indikatoren geben Auskunft über sich verstärkende Trends, Asymmetrien, die Volatilität, das Momentum und viele andere Aspekte des Marktes. Moderne Softwareprogramme ermöglichen es, um 200 Indikatoren einzusetzen. Auch hier ist das Wissen sehr groß, eine Sicherheit liefern Indikatoren aber nicht: Sie können erst berechnet werden, wenn das Kursgeschehen schon stattgefunden hat. Trader handeln aber die Zukunft, nicht die Vergangenheit.
  • Eine einfache Marktbetrachtung geht von sehr wenigen grundlegenden Mustern aus: den Ausbrüchen aus Schiebezonen oder (kleineren) Leisten, also Seitwärtsbewegungen, sowie der Trendfortsetzung (nach oben oder unten) in Form der 1-2-3-Formation. Zusätzlich betrachten die Trader markante Hochs und Tiefs der letzten Tage, an denen die Kurse immer wieder abprallten. Darüber und darunter werden Kauf- und Verkaufsstopps gesetzt.
Trendsignale

Die Trendsignale beachten

Was leistet Charttechnik?

Ein Markt funktioniert nicht wie der elektrische Strom, Sicherheiten gibt es nicht. Viele Trader kommen aus technischen Berufen und lieben das Wort “Charttechnik”, die modernen Computerprogramme unterstützen mit ihren bunten Bildern und vielen Linien den Spieltrieb der Börsianer. Genährt wird dieser von der Vorstellung, man müsse nur genug über Technik lernen, um erfolgreich zu sein. Erfolgreiche Trader berichten jedoch übereinstimmend, dass das wirkliche Börsengeschehen einem Dschungel oder einer Schlangengrube ähnelt – es kann jederzeit alles (Schlimme) passieren. Sie orientieren sich vielfach an wenigen einfachen Mustern und achten im Übrigen strikt auf ihr Risiko- und Moneymanagement.

Erfahren Sie mehr über die Trendfolge Strategie: